Das stille Örtchen als Ort der Kunst

Markus Hofer und Thomas Feichtner und ihr spezielles Toiletten-Design

Originalität ist ein Gewinn. Sie muss man aber zulassen, und man muss die richtigen Menschen an seiner Seite haben, um originell und damit etwas anders sein zu können. Wer in den Promenaden Galerien das stille Örtchen aufsucht, wird staunen. Das liegt mit an Markus Hofer und Thomas Feichtner. Denn die in Wien lebenden Künstler sind für das Design der öffentlichen Toiletten verantwortlich. Seine Zusage kam spontan, sagt Hofer. Denn: „So etwas macht man nur einmal im Leben.“ Der 40-jährige Bildhauer, der es gewohnt ist, in Galerien und Museen seine künstlerische Sicht der Dinge zu den Menschen zu bringen, war beim Design der Damentoilette gefragt. Sehr bunt ist es geworden. Farbenfroh. Fliesen wie Zeitungsseiten Mit speziell hergestellten Glasfliesen, in denen Buchstaben eingeschmolzen wurden. Die Nähe zur Zeitung sollte hier Ausdruck finden. Schließlich liegt der Newsroom der OÖNachrichten genau über der Toilette. Und Frauen, die genau schauen, werden entdecken, dass die Größe der bunten Fliesen exakt einer aufgeschlagenen Zeitungsseite entspricht. Schlichter, aber keineswegs weniger beeindruckend ist der Stil, den Produktdesigner Thomas Feichtner im Herren-WC der Promenaden Galerien verwirklicht hat. Es ist dunkel gehalten, verzichtet auf das übliche Weiß. Dafür reflektiert sich das Licht an der facettenreichen Wand, erklärt Feichtner. Und man fühlt sich dann an ein Kristall erinnert, das sich spiegelt. Auf Kompromisse habe man verzichtet, da es schließlich eine Männer-Toilette ist. Aber, so Feichtner: „Wir wollten etwas Originelles, Kräftiges und Maskulines schaffen.“ Das ist gelungen.

2018-07-17T10:53:49+00:0017.07.2018|